Zum Inhalt springen

Wir haben heute Notdienst.

Gesundheit & Notfall

Anaphylaxie: Wenn eine Allergie zum Notfall wird – was jeder wissen sollte

Ein Wespenstich beim Grillfest, eine versteckte Erdnuss im Dessert – für die meisten harmlos, für Allergikerinnen und Allergiker unter Umständen lebensbedrohlich. Die Anaphylaxie ist die schwerste Form der allergischen Reaktion und kann sich innerhalb weniger Minuten entwickeln.

Rathaus Apotheke AspergIhr Gesundheitspartner vor Ort4 Min. Lesezeit
Anaphylaxie: Wenn eine Allergie zum Notfall wird – was jeder wissen sollte
Wespenstich
Erdnuss
KreislaufHautreaktion

Ein Wespenstich beim Grillfest, eine versteckte Erdnuss im Dessert – für die meisten Menschen harmlos, für Allergikerinnen und Allergiker unter Umständen lebensbedrohlich. Die Anaphylaxie ist die schwerste Form der allergischen Reaktion: Sie betrifft den ganzen Körper und kann sich innerhalb weniger Minuten entwickeln. Gerade jetzt im Hochsommer, wenn Wespen und Bienen besonders aktiv sind und viel im Freien gegessen wird, lohnt es sich, das Wichtigste zu kennen – für Betroffene genauso wie für Angehörige, Freunde und Kollegen.

Ein persönliches Notfallset gehört bei Anaphylaxie-Risiko immer griffbereit dabei.
Ein persönliches Notfallset gehört bei Anaphylaxie-Risiko immer griffbereit dabei.

Was passiert bei einer Anaphylaxie?

Bei einer anaphylaktischen Reaktion reagiert das Immunsystem massiv auf einen eigentlich harmlosen Auslöser. Häufige Auslöser sind Insektengifte (vor allem von Bienen und Wespen), Lebensmittel wie Erdnüsse, Baumnüsse, Fisch oder Schalentiere sowie bestimmte Medikamente. Anders als bei einer lokalen Reaktion – etwa einer Schwellung rund um einen Stich – betrifft die Anaphylaxie mehrere Organsysteme gleichzeitig.

Warnzeichen erkennen

Eine schwere allergische Reaktion kündigt sich oft durch mehrere Symptome an, die schnell aufeinander folgen:

  • Juckreiz, Kribbeln oder Hitzegefühl, häufig an Handflächen, Fußsohlen oder im Mund- und Rachenraum
  • Hautreaktionen wie Quaddeln, Rötung oder Schwellungen im Gesicht
  • Schwellungsgefühl im Hals, Heiserkeit, Schluckbeschwerden
  • Atemnot, pfeifende Atmung, Engegefühl in der Brust
  • Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe
  • Schwindel, Schwächegefühl, Herzrasen bis hin zur Bewusstlosigkeit
Wichtig zu wissen: Nicht jede Reaktion verläuft gleich, und die Beschwerden können auch nach einer scheinbaren Besserung erneut auftreten.

Verhalten im Notfall: Jede Minute zählt

Wenn Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion auftreten, gilt:

  1. 01Sofort den Notruf 112 wählen – auch wenn die Beschwerden zunächst mild erscheinen.
  2. 02Ist ein Adrenalin-Autoinjektor vorhanden, sollte er frühzeitig angewendet werden. Er ist das wichtigste Notfallmedikament bei Anaphylaxie und wird in den Oberschenkelmuskel gedrückt – zur Not auch durch die Kleidung.
  3. 03Die betroffene Person nicht aufstehen oder umherlaufen lassen: flach lagern, bei Atemnot mit erhöhtem Oberkörper sitzen lassen, bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage.
  4. 04Bei der Person bleiben, beruhigen und auf das Eintreffen des Rettungsdienstes warten.
Der Adrenalin-Autoinjektor wird in den Oberschenkelmuskel gedrückt – zur Not auch durch die Kleidung.
Der Adrenalin-Autoinjektor wird in den Oberschenkelmuskel gedrückt – zur Not auch durch die Kleidung.

Das Notfallset: Immer dabei, regelmäßig geprüft

Wer bereits eine schwere allergische Reaktion erlebt hat oder ein diagnostiziertes Anaphylaxie-Risiko trägt, erhält in der Regel ein persönliches Notfallset. Es enthält typischerweise einen Adrenalin-Autoinjektor sowie ein Antihistaminikum und ein Kortisonpräparat, je nach Situation auch ein Asthmaspray.

Drei Dinge werden dabei im Alltag oft unterschätzt:

Immer griffbereit

Das Set nützt nur, wenn es wirklich immer griffbereit ist – in der Handtasche, im Rucksack, beim Sport und im Urlaub.

Verfallsdatum prüfen

Adrenalin-Autoinjektoren haben ein Verfallsdatum. Ein abgelaufener Injektor kann an Wirksamkeit verlieren – prüfen Sie das Datum regelmäßig und tauschen Sie das Präparat rechtzeitig aus.

Umfeld einweihen

Auch das Umfeld sollte Bescheid wissen: Familie, Freunde, Kolleginnen und Lehrer sollten wissen, wo das Set liegt und wie es angewendet wird.

In unserer Apotheke zeigen wir Ihnen gerne die Handhabung Ihres Autoinjektors – viele Präparate bieten dafür auch Übungsgeräte ohne Wirkstoff. Kommen Sie einfach mit Ihrem Notfallset vorbei, wir gehen die Anwendung gemeinsam in Ruhe durch.

Gute Anlaufstelle: Der Deutsche Allergie- und Asthmabund

Für Betroffene und Angehörige lohnt sich ein Blick auf die Angebote des Deutschen Allergie- und Asthmabundes e. V. (DAAB). Der Verband stellt hilfreiche Materialien rund um Anaphylaxie, Lebensmittelallergien und Insektengiftallergien bereit – von Notfallplänen über Informationen für Schule und Kita bis hin zu praktischen Alltagstipps. www.daab.de

In Ihrer Apotheke

Notfallset checken, Anwendung üben

Bei Anaphylaxie zählt jede Minute. Bringen Sie Ihr Notfallset einfach mit: Wir prüfen mit Ihnen das Verfallsdatum des Adrenalin-Autoinjektors und gehen die Anwendung in Ruhe durch – viele Präparate bieten dafür Übungsgeräte ohne Wirkstoff. So sind Sie und Ihr Umfeld im Ernstfall sicher vorbereitet.

Beratungstermin vereinbaren
Jetzt unsere App holen
Marktplatz 2, 71679 Asperg Tel.: 07141 - 6 56 81 Fax: 07141 - 6 56 96 service@rathaus-apotheke-asperg.de
Wir sind Träger des renommierten Awards Great Apo to Work 2025
Rechtliches
© 2025 Rathaus Apotheke | Alle Rechte vorbehalte